Analfistel: Symptome, Behandlung, OP

Akute Analfissuren ohne OP behandeln

Eine Analfistel ist ein unnatürlicher Gang zwischen dem Inneren des Afters und der Haut rund um den After. Sie entsteht als Folge von Entzündungen der Proktodealdrüsen. Diese Entzündung führt oft zu einer zunehmenden Eiteransammlung (Abszess) und Gangbildung (Fistel). Durch den entstandenen Fistelgang kann immer wieder Flüssigkeit oder Eiter aus dem After austreten. Aber auch chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn können eine Analfistel verursachen.

Wie sieht eine Fistel am After aus?

Wer Bilder von Fisteln am Po sieht, bemerkt sofort: Eine Analfistel hat oft unscheinbare äußerliche Symptome. Sie sieht meist wie ein kleiner Pickel, ein roter Punkt oder eine winzige Öffnung in der Haut nahe dem After aus. Häufig tritt daraus Sekret oder Eiter aus, die Stelle kann nässen, gerötet oder leicht verhärtet sein.

Analfisteln äußern sich häufig durch Juckreiz, Nässen oder leichte Schmerzen. Zögern Sie nicht, sich Hilfe zu holen! Beschwerden im Analbereich sollten grundsätzlich proktologisch abgeklärt werden. Bei uns erwartet Sie eine professionelle Diagnostik in freundlicher Atmosphäre!

Grafik von Fisteln des Rektums.

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Diagnose einer Analfistel

Zunächst untersucht Frau Kemper den After und den Enddarm vorsichtig. Eine spezielle Darmvorbereitung ist dafür nicht nötig. In schwierigen Fällen kann zusätzlich eine Endosonographie oder MRT-Untersuchung sinnvoll sein.

Bei wiederholten Fisteln oder Hinweisen auf eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, wie Bauchschmerzen oder blutig-schleimiger Durchfall, ist eine Darmspiegelung (Koloskopie) erforderlich.

Behandlung der Analfistel: OP meist nötig

Die Diagnose einer Analfistel gilt meist als klare Operationsindikation, da ohne chirurgische Therapie in der Regel keine definitive Heilung möglich ist und Infektionen drohen. In seltenen Fällen entsteht auch eine maligne Entartung.

Die Wahl des Operationsverfahrens richtet sich nach Art, Lage und Verlauf der Fistel. Deshalb ermitteln wir zunächst, wo sich die Fistel genau befindet. Daraufhin erfolgt entweder eine Fistelspaltung oder -exzision, bei Beteiligung des Schließmuskels durch einen Verschluss mit einem Schleimhautlappen bis hin zur Rekonstruktion. Ziel ist die vollständige Entfernung oder Abdichtung des Fistelgangs bei maximalem Erhalt der Kontinenz.

Studien zeigen, dass einfache, oberflächliche Fisteln deutlich niedrigere Rezidiv- und Inkontinenzraten aufweisen als komplexe, hohe Fisteln. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit einer individuell angepassten Therapie, insbesondere bei wiederkehrenden Rezidivfisteln. Hier hängen die Heilungschancen maßgeblich vom Verlauf und der Komplexität der Fistel ab.

Die Therapie der Analfistel im Überblick:

  • OP-Dauer: 10  – 30 Minuten
  • Betäubung: Vollnarkose
  • Krankenhausaufenthalt: bei größeren Eingriffen
  • Längeres Sitzen: oft nach 1-3 Tagen möglich
  • Krankschreibung: ca. 2 Wochen
  • Wundheilung: ca. 8 Wochen
  • Sport, Schwimmbad, Sauna: nach Abschluss der Wundheilung
  • Rezidivrate: nach Fistelverlauf 10 – 50 %
Heilung nach Analfissur-OP.

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Fadendrainage

Wenn das Gewebe noch entzündet ist (z.B. nach einem Abszess), wird häufig ein Faden in den Fistelgang eingelegt, damit die Entzündung abheilen und die Fistel beurteilt werden kann. Die Fadendrainage ist ein bewährtes Verfahren. Als alleinige Therapie reicht die Fadendrainage meist nicht aus; häufig sind weitere operative Schritte erforderlich.

Fistelspaltung

Die einfachste und am häufigsten angewendete Form der Behandlung ist die Fistelspaltung oder -entfernung, bei der die Fistel entweder komplett ausgeschnitten oder gespalten wird. Diese Methode bietet die besten Heilungschancen und kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn der Schließmuskel nicht oder nur zu einem geringen Grad beteiligt ist.

Studien belegen hohe Heilungsraten von 74 bis 100 %, bei oberflächlichen Fisteln sogar nahezu 100 %. Die Rate an Kontinenzstörungen variiert jedoch stark und steigt mit zunehmender Durchtrennung des Schließmuskels deutlich an. Aus diesem Grund kommen bei Schließmuskelbeteiligung meist andere Verfahren zum Einsatz.

Fistelverschluss mit Schleimhautlappen oder Schließmuskelrekonstruktion

Bei komplexeren Fisteln, bei denen der Schließmuskel beteiligt ist, gibt es Verfahren, die den Muskel erhalten, aber die Fistel trotzdem sanieren.

Zum Beispiel:

  • Fistelverschluss mit Schleimhautlappen (Mucosaflap): Die innere Fistelöffnung wird mit einem kleinen Schleimhautstück verschlossen, während der äußere Teil offen bleibt. 
  • Fistelsanierung mit Schließmuskelrekonstruktion: Nach der Entfernung der Fistel wird der Schließmuskel wiederaufgebaut. Ziel ist es, die Fistel endgültig zu verschließen und gleichzeitig die Kontinenz zu erhalten. Die Heilungschancen sind gut, allerdings ist die Operation technisch anspruchsvoll und erfordert eine sorgfältige Nachsorge.

Nach der Analfistel-OP

Nach der OP bleiben Sie noch einige Zeit in unserem MVZ. Wenn Sie sich wieder fit fühlen, können Sie den Heimweg antreten. Lassen Sie sich am besten abholen. Die postoperative Nachsorge ist in der Regel unkompliziert.

Was zu Hause zu beachten ist:

  • Schmerzen: In den ersten 10 Tagen sind Beschwerden normal. Auch beim ersten Stuhlgang können leichte Schmerzen auftreten. Deshalb empfehlen wir häufig, nach der Operation mindestens zweimal täglich schmerzlindernde und abschwellende Zäpfchen anzuwenden. Zur Erleichterung des Sitzens ist ein Sitzring sinnvoll. 
  • Reinigung: Die Wunde sollte zweimal täglich und nach jedem Stuhlgang ausgespült, und mit einer Kompresse abgedeckt werden. Da die Wunde offen bleibt, sind auch Sitzbäder eine gute Idee. 
  • Ernährung: Achten Sie auf weichen Stuhlgang, nehmen Sie Ballaststoffe (z. B. Flohsamenschalen) zu sich und trinken Sie ausreichend.
  • Schmierblutungen: Wundsekret, leichte Blutungen oder vorübergehende Undichtigkeit sind normal. Es empfiehlt sich daher, in der ersten Zeit Vorlagen zu tragen. 

Komplikationen: In seltenen Fällen können stärkere Blutungen, anhaltende Schmerzen oder Fieber auftreten – dann melden Sie sich bitte umgehend bei uns!

Fachärztin für

Viszeralchirurgie & Proktologie

in Regensburg

Analfistel diskret behandeln: Wir sind für Sie da!

Unsere Ärztin Caroline Kemper verfügt über umfassende Erfahrung in der Diagnose und Behandlung von Analfisteln. Sie betreut Patientinnen und Patienten einfühlsam und respektvoll, legt Wert auf schonende Therapien und schafft ein vertrauensvolles Umfeld bei sensiblen Beschwerden im Intimbereich.

Ihre Vorteile auf einen Blick!

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Sie finden uns in der Ludwigstraße im Herzen von Regensburg.

Behandlung der Analfistel: Ihre Fragen, unsere Antworten

Haben Sie bestimmte Fragen und haben keine Antwort gefunden?

In der Regel ist es nicht möglich, eine Fistel am After ohne OP zu behandeln. Eine Analfistel heilt nicht von selbst und Hausmittel bringen sie leider nicht zum Verschwinden. Salben oder Sitzbäder können die Symptome zwar lindern, beseitigen aber nicht den Fistelgang. Ohne fachgerechte Behandlung drohen chronische Entzündung, Abszesse und wiederkehrende Beschwerden. Eine proktologische Abklärung ist daher notwendig. Gerne sind wir für Sie da!

Die operative Behandlung von Analfisteln gilt bei erfahrenen Chirurgen als risikoarm. Aber natürlich können auch hier wie bei jeder OP Komplikationen auftreten. Dazu gehören vor allem Nachblutungen. Je nach OP Verfahren kann es zu einer anhaltenden Fistel trotz operativem Verschluss kommen.


Als weitere Komplikation kann es zu Einschränkungen der Stuhlkontinenz kommen. Sie entsteht meist durch Schädigungen des Schließmuskels. Das Risiko steigt mit der Größe der durchtrennten Muskelanteile, der Anzahl vorheriger Eingriffe, dem Alter sowie der Lage und Komplexität der Fistel an.

Bei der Operation wird die Fistel zunächst lokalisiert und beurteilt. Je nach Fisteltyp erfolgt entweder eine Spaltung, Exzision oder ein Verschlussverfahren mit Schleimhautlappen oder Plug (biologischer Verschlussstopfen). Ziel ist die vollständige Entfernung des Fistelgangs oder die Abdeckung der inneren Öffnung bei Schonung des Schließmuskels. Gegebenenfalls wird zuvor eine Fadendrainage gelegt z.B. bei akuten Abszessen.

Häufig ist der Eingriff ambulant möglich. Ist ein Klinikaufenthalt dennoch nötig, weil der Eingriff etwas größer ist, müssen Betroffene meist nur 1 bis 3 Tage bleiben.

Nach einer Fisteloperation sind Betroffene in der Regel 2 Wochen krankgeschrieben. Bei körperlich belastender Arbeit oder komplexen Eingriffen kann die Arbeitsunfähigkeit auch länger dauern. Entscheidend sind OP-Methode, Wundheilung und individuelle Belastbarkeit.

Die Wundheilung nach einer Analfistel-OP dauert je nach Operationsverfahren, Fisteltyp und individueller Regeneration meist 4 bis 8 Wochen. In manchen Fällen kann sie auch mehr Zeit in Anspruch nehmen. Gute Hygiene, regelmäßige Wundkontrollen, weicher und geformter Stuhlgang und Schonung unterstützen einen komplikationsfreien Heilungsverlauf.

Analabszesse werden in erster Linie von Proktologinnen und Proktologen behandelt. Alternativ sind auch Chirurgen oder Viszeralchirurgen zuständig. Bei akuten Schmerzen, Fieber oder Schüttelfrost sollte umgehend ärztliche Hilfe erfolgen.