Platzierung des Brustimplantats – über oder unter dem Brustmuskel?

Frau verdeckt ihre Brüste.

Anatomische Grundlagen: Über oder unter dem Muskel?

Grundsätzlich gibt es zwei etablierte Methoden, ein Brustimplantat einzusetzen: über dem Muskel oder unter dem Muskel.

  • Subglanduläre Platzierung (über dem Muskel): Das Implantat liegt direkt hinter der Brustdrüse, also über dem Brustmuskel.
  • Submuskuläre Platzierung (unter dem Muskel / dual plane): Das Implantat wird teilweise oder vollständig unter den großen Brustmuskel geschoben.

Beide Varianten sind in der ästhetischen Chirurgie erprobt und können – je nach Ausgangssituation – sehr natürliche Ergebnisse ermöglichen.

Über dem Brustmuskel (subglandulär)

Unter dem Brustmuskel (submuskulär / dual plane)

Lage des Implantats

Hinter der Brustdrüse, vor dem Brustmuskel

Teilweise oder vollständig unter dem Brustmuskel

Operationsaufwand

Kürzer, technisch weniger aufwendig

Etwas längere und komplexere Operation

Schmerzen nach der OP

In der Regel etwas geringer

Können in den ersten Tagen stärker sein

Optisches Ergebnis

Kann bei wenig Eigengewebe sichtbarere Ränder zeigen

Übergang im Dekolleté wirkt natürlicher

Risiko Kapselfibrose

Tendenziell etwas höher

Statistisch etwas geringer

Geeignet für

Frauen mit ausreichend Brustgewebe,
Sportlerinnen mit starker Brustmuskelbelastung

Schlanke Patientinnen mit wenig Gewebe,
Patientinnen mit Wunsch nach sehr natürlichem Ergebnis

Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie und Handchirurgie

Ihr Spezialist für Brustimplantate in Regensburg

Sie denken über eine Brustvergrößerung nach und haben viele Fragen? Wir begleiten Sie mit Verständnis, Erfahrung und medizinischer Kompetenz. Ob es um die Implantatposition oder auch die Implantatform geht – wir nehmen uns Zeit für Ihre Anliegen und unterstützen Sie bei Ihrer Entscheidungsfindung. Sprechen Sie uns an – wir sind für Sie da!

Subglanduläre Platzierung (über dem Brustmuskel)

Bei dieser Technik wird das Implantat hinter dem Brustdrüsengewebe, jedoch vor dem Brustmuskel eingebracht.

Vorteile:

  • Schonender Eingriff, kürzere Operationszeit
  • Weniger Schmerzen in der frühen Heilungsphase
  • Implantat bewegt sich nicht mit dem Brustmuskel
  • Geeignet für sportlich sehr aktive Frauen, die ihre Brustmuskulatur stark beanspruchen

Mögliche Nachteile:

  • Bei sehr schlanken Patientinnen können Implantatränder sichtbarer sein
  • Etwas höheres Risiko für eine Kapselfibrose
  • Übergang im Dekolleté wirkt weniger weich, wenn wenig Eigengewebe vorhanden ist

Für wen eignet sich diese Methode?

Die Platzierung über dem Brustmuskel ist besonders für Frauen interessant, die von Natur aus ausreichend eigenes Brustgewebe besitzen. Dadurch ist sichergestellt, dass das Implantat später umfassend bedeckt ist.

Auch sportlich sehr aktive Patientinnen, die ihre Brustmuskeln aktiv trainieren, profitieren von dieser Implantatposition, da das Implantat hier nicht durch Muskelbewegungen beeinflusst wird. Zudem ist der Eingriff weniger belastend und die Erholungsphase in der Regel kürzer, was für Frauen mit einem aktiven Lebensstil von Vorteil sein kann.

Submuskuläre Platzierung (unter dem Brustmuskel / dual plane)

Hierbei wird das Implantat unter den großen Brustmuskel geschoben, teilweise kombiniert mit der sogenannten „dual plane“-Technik.

Vorteile:

  • Bessere Bedeckung durch Muskel- und Drüsengewebe → natürlicherer Übergang im Dekolleté
  • Geringeres Risiko für sichtbare Implantatränder
  • Statistisch geringeres Risiko für Kapselfibrose
  • Besonders geeignet für sehr schlanke Patientinnen mit wenig Brustgewebe

Mögliche Nachteile:

  • Längere Erholungszeit, teils stärkere Schmerzen direkt nach der Operation
  • Implantat kann sich bei starkem Anspannen des Brustmuskels verschieben („Animation Deformity“)
  • Aufwendigerer Eingriff

Für wen eignet sich diese Methode?

Die Platzierung unter dem Brustmuskel kommt vor allem für Patientinnen in Frage, die von Natur aus nur wenig Brustgewebe besitzen. In solchen Fällen sorgt der Muskel dafür, dass das Implantat besser verdeckt wird. Dadurch besteht ein besonders natürliches Ergebnis.

Auch Frauen, die großen Wert auf einen harmonischen Übergang im Dekolleté legen oder die das Risiko einer Kapselfibrose so gering wie möglich halten möchten, profitieren häufig von dieser Technik. Sie erfordert zwar etwas mehr Geduld in der Heilungsphase, bietet aber langfristig sehr stabile und ästhetische Resultate.

Ein chirurgischer Eingriff wie eine Brustverkleinerung kann grundsätzlich in jedem Alter erfolgen – vorausgesetzt, der Gesundheitszustand erlaubt es. In unserer Praxis operieren wir regelmäßig Frauen zwischen 40 und 70 Jahren oder älter, die sich durch eine zu große Brust in ihrem Alltag eingeschränkt fühlen. Da in höherem Alter die Haut weniger elastisch ist, führen wir häufig eine zusätzliche Straffung durch.

Implantatposition und Familienplanung / Stillfähigkeit

Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Wahl der Implantatlage betrifft die Zukunftsplanung: Kinderwunsch und Stillfähigkeit. Viele Frauen sind unsicher, ob ein Brustimplantat später das Stillen beeinflusst. Grundsätzlich gilt: Sowohl bei der Platzierung über als auch unter dem Brustmuskel bleibt das Brustdrüsengewebe erhalten. In den meisten Fällen ist das Stillen nach einer Brustvergrößerung weiterhin möglich.

Die Implantatposition kann jedoch eine Rolle spielen. Bei einer subglandulären Platzierung (über dem Muskel) liegt das Implantat direkt hinter der Brustdrüse. Theoretisch kann das etwas mehr Druck auf das Drüsengewebe ausüben. Bei einer submuskulären Technik befindet sich das Implantat dagegen hinter dem Muskel und hat dadurch noch weniger Einfluss auf die Brustdrüse selbst.

Die Studienlage zeigt, dass die Stillfähigkeit nach einer Brustvergrößerung überwiegend erhalten bleibt – unabhängig davon, ob die Implantate vor oder hinter dem Muskel liegen. Wichtiger als die Implantatlage ist die gewählte Schnittführung (z. B. in der Unterbrustfalte statt über den Warzenhof), da diese darüber entscheidet, ob Milchgänge durchtrennt werden.

Wir nehmen die Sorgen unserer Patientinnen in diesem Punkt sehr ernst. Wenn Sie einen Kinderwunsch haben oder sich die Option des Stillens bewahren möchten, sprechen Sie dies im Beratungsgespräch unbedingt an. Dr. Kemper wird die OP-Technik so wählen, dass Ihre Stillfähigkeit bestmöglich erhalten bleibt.

Viele Patientinnen fragen uns, welche Implantatlage sich besser mit sportlicher Aktivität vereinbaren lässt. Tatsächlich spielt die Art und Intensität des Trainings eine große Rolle.

Bei einer Platzierung unter dem Brustmuskel kann es in seltenen Fällen zu einer sogenannten „Animation Deformity“ kommen. Das bedeutet, dass sich das Implantat beim Anspannen der Brustmuskulatur leicht verschiebt oder sichtbar bewegt. Dieses Phänomen tritt vor allem bei Frauen auf, die ihre Brustmuskeln sehr stark trainieren, etwa beim Bodybuilding oder intensivem Kraftsport.

Gut zu wissen: Für Frauen, die vor allem Ausdauersport, Yoga oder moderates Fitnesstraining betreiben, ist eine submuskuläre Lage des Implantats in der Regel unproblematisch.

Eine Platzierung über dem Muskel kann für Patientinnen mit sehr intensiver Brustmuskelbelastung sinnvoller sein, da das Implantat dort nicht durch Muskelbewegungen beeinflusst wird. Allerdings muss dafür genügend eigenes Gewebe vorhanden sein, um die Implantatränder natürlich zu kaschieren.

Die Frage nach „Implantat unter oder über dem Brustmuskel beim Sport“ lässt sich nicht pauschal beantworten. Entscheidend sind Ihre individuellen sportlichen Gewohnheiten, Ihre Gewebesituation und Ihr gewünschtes Ergebnis. Ein persönliches Beratungsgespräch bei Dr. Kemper ist darum unerlässlich.

Frau beim Sport.

Weitere Faktoren für die Entscheidung

Neben der Frage nach der sportlichen Aktivität und dem Erhalt der Stillfähigkeit kommen noch weitere Faktoren zum Tragen. Kein Körper ist gleich – deshalb gibt es keine „Standardlösung“, sondern nur eine individuell passende Entscheidung.

Frauen mit genügend eigenem Brustgewebe können oft von einer Lage über dem Muskel profitieren, während sehr schlanke Patientinnen meist ein natürlicheres Ergebnis mit einem Implantat unter dem Muskel erzielen.

Auch die ästhetischen Ziele sind entscheidend – ob ein besonders weiches Dekolleté, eine definierte Projektion oder eine möglichst lange Haltbarkeit im Vordergrund stehen.

Hinzu kommen medizinische Faktoren wie die Neigung zu Narbenbildung, das individuelle Heilungsverhalten und eventuelle Vorerkrankungen.

All diese Punkte besprechen wir in einem ausführlichen Beratungsgespräch mit Ihnen. Gemeinsam mit Dr. Kemper finden wir heraus, ob für Sie eher eine Brustvergrößerung über oder unter dem Muskel in Frage kommt – und welche Technik die besten Chancen bietet, Ihr Wunschergebnis zu erreichen.

Ablauf in unserer Praxis bei der Entscheidung

In unserer Praxis legen wir großen Wert darauf, dass jede Patientin eine fundierte und sichere Entscheidung treffen kann. Deshalb ist das Beratungsgespräch bei Dr. Robert Kemper der wichtigste Schritt auf dem Weg zur Brustvergrößerung.

Schritt 1

Persönliche Beratung und Untersuchung

Im ersten Termin geht es vor allem darum, Ihre Wünsche und Erwartungen genau kennenzulernen. Dr. Kemper untersucht die anatomischen Voraussetzungen, erklärt die Unterschiede zwischen einer Implantatlage über oder unter dem Brustmuskel und stellt Ihnen anhand von Beispielen mögliche Ergebnisse vor.

Auf dieser Basis spricht er eine Empfehlung aus, die sowohl Ihre ästhetischen Vorstellungen als auch medizinische Aspekte berücksichtigt. Wir geben Ihnen ausreichend Zeit, diese Informationen in Ruhe zu überdenken. Viele Patientinnen nehmen sich ein paar Tage, um sich sicher zu fühlen.

Schritt 2

Termin

Wenn Sie sich entschieden haben, folgt auf Wunsch ein zweites Gespräch, in dem wir alle Details der Operation festlegen. So stellen wir sicher, dass Sie bestens vorbereitet in den Eingriff gehen – und genau wissen, was Sie erwartet.

Was unsere Patientinnen sagen

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Haben Sie bestimmte Fragen und haben keine Antwort gefunden?

In den ersten Tagen nach der Operation berichten viele Patientinnen über etwas stärkere Schmerzen, wenn das Implantat unter dem Brustmuskel eingesetzt wurde. Das liegt daran, dass der Muskel gedehnt wird. Mit geeigneten Schmerzmitteln und einer schonenden Operationstechnik lassen sich diese Beschwerden jedoch gut kontrollieren.

Die Erholungszeit ist individuell, beträgt aber meist zwei bis drei Wochen, bis der Alltag wieder normal möglich ist. Bei der Platzierung unter dem Muskel kann es etwas länger dauern, bis sportliche Belastungen erlaubt sind.

Ja. Sowohl bei Implantaten über als auch unter dem Brustmuskel bleibt die Stillfähigkeit in den meisten Fällen erhalten. Wichtig ist, dass die Schnittführung die Milchgänge möglichst schont. Wir besprechen dieses Thema ausführlich mit Ihnen, wenn Kinderwunsch oder Stillen für Sie ein Thema sind.

Ob Implantate über oder unter dem Muskel besser geeignet sind, hängt von der Art Ihres Trainings ab. Bei intensivem Brustmuskeltraining kann die Lage unter dem Muskel dazu führen, dass sich das Implantat beim Anspannen verschiebt. Für Ausdauersport oder moderates Fitnesstraining ist diese Methode dagegen meist unproblematisch. Dr. Kemper berät Sie individuell zu Ihrer sportlichen Situation.

Moderne Brustimplantate sind sehr langlebig. Ein routinemäßiger Austausch nach einer bestimmten Zeit ist heute nicht mehr erforderlich. Dennoch empfehlen wir regelmäßige Kontrollen, um die Unversehrtheit und Position der Implantate zu überprüfen.