Muss man Hämorrhoiden behandeln?
Hämorrhoiden sind gutartige arteriovenöse Gefäßpolster im Analkanal, die wichtig für die Stuhlkontinenz sind. Kommt es zu einer krankhaften Erweiterung dieser Blutgefäße, können Hämorrhoiden unspezifische Symptome wie Blutungen beim Stuhlgang, Juckreiz, Nässen, Brennen oder Schwellungen auslösen. Vergrößert sich das Gefäßpolster deutlich, tritt das Gefäßpolster bis nach außen und ist dann auch von außen sicht- und tastbar. Dieskann zudem die anale Hygiene erheblich erschweren.
Wichtig:
Da auch ernste Erkrankungen vorliegen können, ist eine ärztliche Abklärung wichtig. Erste Ansprechperson kann der Hausarzt sein, der die Beschwerden einordnet und – je nach Ausprägung – selbst behandelt oder an einen Facharzt überweist. Sie können sich aber auch direkt in unserem MVZ vorstellen. Insbesondere bei Blutungen oder wenn die Beschwerden länger als ein bis zwei Wochen anhalten oder wiederkehren, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden, um andere Ursachen auszuschließen. In unserem MVZ erwartet Sie eine freundliche Atmosphäre – Sie müssen sich nicht scheuen, mit Ihrem Problem zu uns zu kommen.
Was hilft sofort bei Hämorrhoiden?
Wer Beschwerden am After hat und noch auf ärztliche Hilfe wartet, kann in der Zwischenzeit selbst aktiv werden. Einige einfache Maßnahmen können die Symptome deutlich lindern und manchmal auch verhindern, dass die Hämorrhoiden sich weiter vergrößern:
- die Füße beim Stuhlgang auf einen kleinen Hocker stellen, um den Enddarm zu entlasten,
- nicht stark pressen und weiches Toilettenpapier verwenden; feuchte Tücher eher meiden
- den After nach dem Stuhlgang sanft mit Wasser reinigen; unterwegs kann ein Reisebidet helfen
Bei lästigen Beschwerden und wenn diese Maßnahmen auf lange Sicht nicht ausreichen gibt es weitere Möglichkeiten, Hämorrhoiden ohne Operation zu behandeln, sowie das Fortschreiten des Hämorrhoidalleidens durch weitere natürliche Maßnahmen zu verhindern.

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Konservative Therapie: Leicht vergrößerte Hämorrhoiden ersten Grades selbst behandeln
Frau Kemper ist stets auf eine diskrete und möglichst schonende Behandlung bedacht. Vor allem bei Hämorrhoiden 1. Grades reicht eine Beratung häufig aus, so dass Sie Ihre Hämorrhoiden selbst behandeln können.
Hämorrhoiden 1. Grades sind noch klein und treten beim Stuhlgang nicht nach außen. Dennoch können sie leichte Beschwerden wie Nässen, Juckreiz, Brennen und gelegentlich Blutungen verursachen. Hier können einfache Verhaltensregeln Abhilfe schaffen:
- Stuhlgang: Eine entscheidende Rolle für die Linderung der Beschwerden spielen eine gut regulierte Verdauung und ein schonender Toilettengang. Vermeiden Sie Verstopfungen und starkes Pressen und nehmen Sie sich Zeit für den Stuhlgang. Sanftes, gründliches Reinigen des Analbereichs kann Reizungen verringern, während übertriebene Hygiene oder feuchte Tücher die Beschwerden verschlimmern können.
- Ernährung: Der Stuhlgang kann durch eine ballaststoffreiche Ernährung weicher werden und dadurch leichter passieren. Zu einer ballaststoffreichen Ernährung gehören Vollkornprodukte, Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Nüssen und Samen. Pflanzliche Ballaststoffe wie Flohsamen können Blutungen verringern, erfordern jedoch eine hohe Flüssigkeitszufuhr.
- Trinken: Bei Hämorrhoiden sollte man täglich etwa 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit trinken, um den Stuhl weich zu halten und Verstopfungen zu vermeiden.
- Hausmittel: Sitzbäder sowie Salben, Pasten, Zäpfchen oder Analtampons können akute Symptome wie Juckreiz, Brennen oder Hautreizungen kurzfristig lindern. Ihre Wirksamkeit ist jedoch teils nicht ausreichend belegt.
- Salben: Medikamentöse Salben können akute Beschwerden wie Juckreiz, Brennen oder Nässen lindern, bewirken jedoch keine Heilung der Hämorrhoiden selbst. Sie enthalten betäubende oder entzündungshemmende Wirkstoffe.
Wenn natürliche Maßnahmen nicht ausreichend sind, die Symptome zu lindern kann eine Verödung sinnvoll sein.
Gut zu wissen: Die genannten Verhaltensregeln sind in allen Stadien relevant! Gerne berät Sie unsere Ärztin bei einem persönlichen Termin in unserem MVZ in Regensburg.

Hämorrhoiden Grad 1 veröden
Bei Grad 1 sind die Hämorrhoiden leicht vergrößert, treten jedoch noch nicht aus dem After hervor.Typisch sind dabei hellrote Blutungen nach dem Stuhlgang und Beschwerden wie Brennen und Nässen. Wenneine Anpassung des Lebensstilszu keiner Verbesserung der Symptome führt, kann eine Verödung (Sklerosierung) angeboten werden.
Die sogenannte Sklerosierung ist das Standardverfahren bei Hämorrhoiden Grad I und eine bewährte minimalinvasive Behandlung mit geringen Risiken. Dabei wird eine verödende Substanz (Aethoxysklerol) über ein Proktoskop in das betroffene Gewebe gespritzt, wodurch eine Entzündung entsteht. Sie fixiert die Schleimhaut, reduziert die Durchblutung und lässt die Hämorrhoiden schrumpfen.
Auch nach einer erfolgreichen Verödung kann eine erneute Behandlung notwendig werden, da die Sklerosierungstherapie ein höheres Rezidivrisiko als invasivere Verfahren hat.
Wenn die Sklerosierung nicht mehr ausreicht, kommt eine Gummibandligatur infrage, die häufig bei Hämorrhoiden Grad 2 angewandt wird.
Übersicht:
- Dauer pro Sitzung: wenige Sekunden
- Anzahl der Behandlungen: bis zu 3 im Abstand von 4-6 Wochen
- Betäubung: nicht notwendig
- Schmerzen: in der Regel keine
- Arbeitsunfähigkeit: keine
- Gesellschaftsfähigkeit: sofort
- Nebenwirkungen: leichte Blutungen oder Druckgefühle für 1 bis 2 Tage
- Risiken: Schmierblutungen bis zu 14 Tage, kleine Thrombosen innerhalb der Hämorrhoiden
Behandlung von Hämorrhoiden Grad 2
Hämorrhoiden 2. Grades treten beim Stuhlgang oderPressenaus dem After hervor undziehen sich anschließend selbstständig zurück. In diesem Stadium ist häufig die Gummibandligatur das Verfahren der Wahl.
Dabei wird ein kleines Gummiband an der Basis der Hämorrhoide angebracht, um die Durchblutung zu unterbrechen. Das abgebundene Gewebe stirbt daraufhin ab und wird nach wenigen Tagen meist unbemerkt ausgeschieden. Gelegentlich berichten Patientinnen und Patienten von leichten, harmlosen Blutungen, die bis zu 3 Wochen nach der Behandlung auftreten können.
Die Behandlung kann die Lebensqualität deutlich verbessern und schlägt in der Mehrzahl der Fälle gut an. Die Erfolgsraten liegen etwa zwischen 60 und 80 Prozent. Die Ergebnisse sind in der Regel nachhaltig und die Behandlung bringt kaum Einschränkungen im Alltag mit sich.
Übersicht:
- Dauer: wenige Sekunden
- Anzahl der Sitzungen: oft 2 – 3 im Abstand von 4 – 6 Wochen
- Narkose: keine
- Schmerzen: meist keine
- Arbeitsausfall: nein
- Nebenwirkungen: Fremdkörper- oder Druckgefühl in den ersten Tagen
- Sport: kein Krafttraining in den ersten 24 Stunden
- Risiken: Blutungen, gel. Schmerzen
Operative Verfahren bei Hämorrhoiden Grad 3
Es gibt verschiedene bewährte Operationsmethoden zur Behandlung von Hämorrhoiden, die je nach Befund eingesetzt werden und in der Regel mit einer niedrigen Rückfallquote verbunden sind:
- Bei der OP nach Milligan-Morgan werden die vergrößerten Hämorrhoiden entfernt, die Wunden bleiben dabei offen und heilen sekundär.
- Die OP nach Ferguson wird die Wunde nach der Entfernung vernäht wird.
- Bei der Parks-Methode wird das Hämorrhoidengewebe unter der Schleimhaut entfernt und anschließend sorgfältig verschlossen.
- Die OP nach Fansler-Arnold wird vor allem bei stark vorgefallenen Hämorrhoiden angewendet, indem das Hämorrhoidalgewebe entfernt wird und der Analkanal rekonstruiert wird.
Übersicht:
- Dauer: je nach Verfahren 15- 60 Minuten
- Narkose: Allgemeinanästhesie
- Krankschreibung: 1 – 2 Wochen
- Schmerzen: Beschwerden beim Toilettengang; Schmerzmedikation gegen Wundheilungsschmerzen
- Risiken: (Nach-)Blutungen, Infektionen, Abszesse, Fisteln, Stenosen, Verengung des Afters, Stuhlinkontinenz
- Heilungsdauer: 4 – 8 Wochen
Hämorrhoiden entfernen mit der Stapler-Operation nach Longo
Bei zirkulären Hämorrhoiden kommt die Operation nach Longo infrage. Hier wird die Enddarmschleimhaut mit einem Klammernahtgerät gerafft. So wird das vorgefallene Gewebe nach innen verlagert und fixiert, sowie das überschüssige Hämorrhoidalgewebe reduziert. Da kein Ausschneiden im Analkanal erfolgt, ist der Eingriff kurz, kaum schmerzhaft und ermöglicht eine schnelle Erholung.
Um ein gutes und dauerhaftes Ergebnis zu erhalten, sollte auch nach einer Operation auf weichen und geformten Stuhl geachtet werden. Auf Pressen sollte insbesondere nach einer Operation, aber auch langfristig verzichtet werden. Ggf. sollten stuhlregulierende Maßnahmen ergriffen werden.
Nach Operationen mit offener Wundheilung im Afterbereich wird tägliches Ausduschen insbesondere nach dem Stuhlgang empfohlen.
Übersicht:
- Narkose: Allgemeinanästhesie
- Operationsdauer: ca. 15 Minuten
- Krankenhausaufenthalt: nicht notwendig, ambulant
- Schmerzen: meist wenig postoperativen Beschwerden
- Risiken: Blutungen, Nahtausriss, Thrombose, Stenose
Hämorrhoiden Grad 4
Hämorrhoiden 4. Grades sind stark vergrößert und dauerhaft nach außen vorgefallen. Betroffene können sie nicht mehr zurückschieben. Häufig liegt zusätzlich ein Analprolaps mit vorgefallener Analschleimhaut vor. In diesem Fall wird zunächst versucht die Hämorrhoiden durch abschwellende Maßnahmen und konservative Maßnahmen in ein geringeres Stadium zu überführen. Erst dann sollte eine weitere Therapie geplant werden.


Caroline Kemper
Fachärztin für Viszeralchirurgie & Proktologie
Wir behandeln Hämorrhoiden schonend und diskret
Caroline Kemper –Ihre Chirurgin in Regensburg
Caroline Kemper verfügt über langjährige Erfahrung in der Diagnose und Behandlung proktologischer Erkrankungen. Sie legt Wert auf eine einfühlsame Betreuung und bevorzugt möglichst schonende Verfahren. Durch ihre ruhige und klare Art sowie den respektvollen Umgang mit sensiblen Themen gilt sie in Regensburg als vertrauensvolle Ansprechpartnerin in allen Fragen der Proktologie, darunter Hämorrhoiden, Marisken und Analvenenthrombosen. Besonders Frauen fühlen sich bei ihr gut aufgehoben, die sich in Fragen rund um den Intimbereich eine weibliche Ansprechpartnerin wünschen.

Termin zur Hämorrhoiden-Behandlung in Regensburg vereinbaren
Wenn Sie Hämorrhoiden haben, beraten wir Sie gerne persönlich. In unserer Praxis in Regensburg nehmen wir uns Zeit für eine sorgfältige Untersuchung und eine transparente Empfehlung. Vereinbaren Sie gerne Ihren Termin – wir begleiten Sie vom ersten Gespräch bis zur Nachsorge.
Häufige Fragen rund um die konservative und operative Behandlung
Haben Sie bestimmte Fragen und haben keine Antwort gefunden?
Hämorrhoiden werden von Fachärztinnen und Fachärzten mit Zusatzbezeichnung Proktologie sowie Viszeralchirurgen und Gastroenterologen behandelt. Auch Allgemeinmediziner, Hausärzte können erste Abklärungen vornehmen und konservative Maßnahmen empfehlen. Bei Bedarf überweisen sie an spezialisierte Ärztinnen und Ärzte, die gezielt minimalinvasive oder operative Therapien gegen die lästigen Beschwerden durchführen.
Hämorrhoiden lassen sich am schnellsten lindern durch weichen Stuhl, ballaststoffreiche Kost, ausreichendes Trinken, Bewegung und schonende Analhygiene. Zusätzlich helfen entzündungshemmende oder abschwellende Salben und Zäpfchen. Bei stärkeren Beschwerden kommen ärztliche durchgeführte Verfahren wie Verödung, Gummibandligatur oder Operation infrage. Sprechen Sie uns gerne an!
Bei Hämorrhoiden sollte man starkes Pressen und langes Sitzen auf der Toilettevermeiden. Auch unzureichende Flüssigkeitszufuhr und die eigenmächtige Daueranwendung kortisonhaltiger Salben können die Beschwerden verschlimmern. Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, um ernste Ursachen der Symptome auszuschließen.
Bei dauerhaft vorgefallenen Hämorrhoiden vierten Grades sollten zunächst abschwellende Maßnahmen durchgeführt werden. Dies wird durch leichte Kühlung und entzündungshemmende Medikamente erreicht. Entscheidend sind regelmäßiger weicher Stuhl, entzündungshemmende Salben, Sitzbäder und das Vermeiden von Pressen.
In allen anderen Fällen kann durch eine konservative Therapie eine Besserung der Symptome meist erreicht werden, ein Rückgang des vergrößerten Hämorrhoidalpolsters ist jedoch nicht zu erwarten.
Ein vergrößertes Hämorrhoidalpolster geht in der Regel nicht von selbst zurück. Eine Intervention ist allerdings nur bei Beschwerden notwendig. Je nach Schweregrad kann eine individuelle Therapie besprochen werden.

